Hallo und Ni Hao!

 
Gestern habe ich es endlich geschafft...ich war auf dem berühmt-berüchtigten Nachtmarkt Wanfujing nahe der Verbotenen Stadt.
Diese wird hoffentlich an Weihnachten mein nächstes Ziel sein, denn dann habe ich aufgrund der Feiertage, die für mich hier auch dienstfrei sind, ein wenig Zeit, weitere Fotos zu schießen und die Stadt zu besichtigen.
 
Aber zurück zu gestern...
Bevor es losging, musste ich unbedingt noch in einen nahegelegenen Elektronikmarkt, um mir eine WLAN-fähige SD Karte für meine Kamera zu kaufen, die ich mitgenommen habe.
Leider hatte ich im selben Atemzug vergessen bzw es nicht für nötig befunden, mein Laptop einzupacken, so dass ich hier keine Möglichkeit hatte, die gemachten Bilder in irgendeiner Form zwischenzuspeichern.
Jedem, dem das einmal passiert oder der zu wenig Platz im Gepäck hat für ein Notebook, kann ich diese Möglichkeit nur wärmstens empfehlen.
Die Speicherkarte braucht man eh für den Fotoapparat und weitere Karten, weil die Eine mal voll ist, braucht man nicht.
Einfach Handy oder Tablet per WLAN mit der Karte verbinden und die Fotos rüberziehen. Kabellos. Dazu braucht man auch kein Internet. Karte und Handy verstehen sich dann per App.
Wenn man dann die Bilder per WLAN auf Dropbox oder ähnliche Cloudspeicher hochlädt, hat man auch keine Kapazitätsprobleme mit seinen Geräten.
Ich also gestern zum Elektrohöker und nach entsprechender Karte gefragt.
Bei "wifi-SD Card" zogen die meisten Verkäufer allerdings die Schultern und Augenbrauen gleichzeitig hoch.
Irgendwann hab ich dann jedoch einen gefunden, der sie zumindest nach kurzer Abwesenheit von irgendwoher besorgt hat.
Ortsüblich tippte er dann den Preis dafür in seinen Taschenrechner...viel zu hoch.
Meinen Versuch, zu handeln, wie es ebenfalls üblich ist, ignorierte er allerdings.
Naja, vielleicht war es auch vermessen von mir, ihm nur ein Drittel des Preises anzubieten.
Jedenfalls war er sogleich wieder mit dem Objekt meiner Begierde verschwunden und ich suchte Stand für Stand weiter nach einem besseren Angebot.
Zum angebotenen Preis hätte ich in der Heimat doppelt so viel Speicherplatz von einer bekannteren Marke bekommen.
Jedoch sollten meine Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt werden.
Irgendwann wurde mir wieder eine solche Karte angeboten. 
Wie sich herausstellen sollte, genau jene, die ich zuvor schon begutachten durfte.
Der Preis war jedoch noch höher und auch ein entsprechend höheres Handelsangebot meinerseits wurde ausgeschlagen.
Nachdem ich wirklich jeden der Händler abgeklappert hatte und niemand bis auf diesen Einen...bzw. er und sein "Partner", der sie mir zuerst angeboten hatte,eine solche Karte verkaufen konnte, bin ich wieder zurück zu Nummer 1. Von hier wurde ich wieder zu Nummer 2 geschickt, der widerum den Preis von Nr.1 nannte.
Etwas weniger also als zu Anfang. Also bot ich ihm eine höhere Summe als zuvor, letztendlich kaufte ich sie dann aber doch aus der Not heraus zu einem Preis, der letztendlich gerechtfertigt scheint, da sie wunderbar ihren Zweck erfüllt.
 
Nun aber zum eigentlichen: Wanfujing...oder der Nachtmarkt.
Auch, wenn dieser nicht wirklich nachts stattfindet, sondern lediglich bis zum späten Abend.
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, dass ich mich in der Adresse geirrt habe.
 
Nach einer schier endlosen U-Bahnfahrt bis in die Nähe der Verbotenen Stadt fand ich mich am Ausgang der Metrostation mitten in einer riesigen Einkaufsmall wieder.
Deren Ausgang schräg gegenüber befindet sich nun der Eingang zu besagter Fressmeile.
 
Denn warum ich hier war, ist schnell erklärt.
Im heimischen Fernsehprogramm hat man des öfteren schon von Leuten und Völkern gehört, die sich mitunter auch von Insekten und allerlei Getier ernähren.
Das hat mich nicht abgeschreckt, sondern eher neugierig gemacht und so habe ich schon zu Hause beschlossen, dass ich - zumindest das Eine oder Andere - nach Möglichkeit probieren möchte.
Gesagt - getan.
Man stelle sich nun also vor, man begibt sich in eine kleine Fußgängerzone, deren Seiten von allerlei Imbissbuden gesäumt sind, an denen allerlei Speisen angeboten werden.
Soweit, so gut.
Nur bekommt man hier am ersten Stand direkt Skorpione, Seepferdchen, Seeigel, genauso wie Huhn und Schwein am Spieß angeboten.
Zu allem Überfluss lebten die aufgespiessten kleinen Gesellen noch...jedenfalls die Skorpione. Die anderen aufgrund von Wassermangel natürlich nicht mehr.
So zog sich das über mehrere kleine Gassen fort.
Das eine oder andere kleine Restaurant mit geläufigeren Speisen befand sich dazwischen auch, genauso wie zahlreiche Souvernierläden mit allerlei Ramsch zu überteuerten Preisen.
 
Man sollte ja aber nie gleich am ersten Stand schwach werden, wenn es noch so viel zu sehen gibt.
So schlichen wir also ein Stück weiter und guckten uns in Ruhe um, bevor wir eine kleine Auswahl trafen.
Eins vorweg: die Taranteln, Schlangen, Seepferdchen und Seesterne haben wir nicht angerührt.
Ich für meinen Teil hatte bis auf die auf den Fotos erkennbaren Tierchen (kleine und große Skorpione, Heuschrecken und irgendwelche verpuppten Maden), die allesamt genießbar, kein wenig eklig und auch nicht glitschig gewesen sind, nur noch eine Muschel und eine große Schnecke aus ihren Häuschen geholt.
Zum satt werden sicherlich nicht geeignet, da auch dort wegen der Vielzahl an Touristen recht teuer.
Die kleine Brutzelbude auf den letzten Bildern steht unweit unserer Wohnung und wurde bereits zuvor mal in einer Mail beschrieben.
 
Gruß aus Fernost,
euer Tobi

 

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