Moin zusammen!

Hier wieder Neues aus dem Reich der Mitte.
Inzwischen bin ich gut drei Wochen von zu Hause weg und drei Wochen lang "lost in translation"...
Viel Neues kann ich leider nicht berichten, da wir 6 Tage die Woche arbeiten und daher wenig Zeit bleibt, loszuziehen und Sachen anzugucken.
Die Luft ist in der letzten Woche für diese Jahreszeit recht gut, da es stetig ein wenig Wind gibt.
Und der ist kalt. Also seid versichert, dass nicht nur ihr in der Heimat bibbert.
Nachts sinken die Temperaturen auf bis -9°, was gefühlten -13° entspricht.
Dafür ist die Kälte trocken, was es etwas angenehmer macht.

Morgens auf meinem Rollerchen muss ich mich da aber schon warm einpacken.

Am Freitag gab es eine Wohnungseinweihungs- und Geburtstagsparty von zwei Mitarbeitern der Botschaft. Nette, internationale Runde.
Gestern dann gleich noch ein weiterer Geburtstag eines Kollegen, der mit mir Tür an Tür lebt.
Da galt es dann 15 Leute zu beköstigen und es wurde unter anderem auch auf unsere Küche ausgewichen.
Gleich darf ich dann auch wieder los zum Spätdienst.
Wieder kopfschüttelnd den kleinen chinesischen "Facharbeitern" auf die Finger gucken.
Aber ich will euch nicht mit Details über meine Arbeit hier langweilen.
Fakt ist aber, dass so ein Bau bei uns schon pleite oder gesperrt wäre.
Aber ich bin weder für Qualität, noch für Quantität der Arbeit hier zuständig, sondern einzig und allein für die Sicherheit, was nicht mit Arbeitssicherheit zu verwechseln ist.

Was man nach einer gewissen Zeit und auch nach Gesprächen mit anderen, auch anderen Nationalitäten feststellen kann ist, dass man sich die kleinen lächelnden Chinesen eigentlich als sehr freundliches, höfliches Volk vorstellt. Diese Vorstellung wird aber schnell von der Realität demontiert.
Egal, wo man sich umschaut, wird hingespuckt. Es wird gerotzt, was das Zeug hält. Gehört scheinbar zum guten Ton.
Dabei ist der Ort relativ egal. Gut, auf ner staubigen Baustelle hätt ich noch Verständnis.
Aber nur allzu oft kommt einem jemand entgegen, und dann gehts wieder los. 
Hochziehen....ausspucken. Nicht heimlich, nein! Lautstark und als sei es das Normalste auf der Welt, jemandem in die Augen zu sehen und erstmal loszurotzen.
Kann nerven sowas!
Lächeln tut der gemeine Chinese eigentlich weniger aus Höflichkeit, sondern mehr aus Verlegenheit.
Wenn man ihn aufgrund der Sprachbarriere nicht versteht oder er beispielsweise nen Anschiss vom Vorgesetzten bekommt.
Da steht er dann da wie ein kleiner Junge und grinst einen an.

In der Zwischenzeit hatte ich mehrfach Einblicke in die chinesische Küche bekommen.
Ich kann es jedem nur Empfehlen. Ein komplett anderes Angebot und auch andere Geschmäcker, als beim heimischen Chinamann.
Süß-sauer hab ich hier noch nicht gefunden.
Dafür Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Koriander...gern auch in Kombination.

Mir wurde auch ein großer Markt sehr nahegelegt, wo man neben den "normalen" Speisen auch Skorpione und allerlei Getier wie Taranteln, Schlangen und Würmer feilgeboten bekommt.
Sollte ich es wagen, was ich mir auf jeden Fall vorgenommen habe, werde ich umgehend berichten.
Soviel ich weiss, werden die Tierchen aber einzig zu dem Zweck gezüchtet.
Sogar Seepferdchen sollen auf der Speisekarte stehen.

Von meinem Mitbewohner, der gestern auf einen etwa einwöchigen Trip nach Vietnam geflogen ist, habe ich den Auftrag bekommen, den "Weihnachtsbaum" aufzustellen, bis er zurück ist.
Er kam auf die glorreiche Idee, einen Weihnachtsbaum, oder vielmehr ein Pyramide aus Getränkedosen zu bauen.
Je höher, desto besser.
Naja, ich bin eher skeptisch, dass ich das ohne Hilfe hinbekomme.
An meiner Fingerfertigkeit liegt es da aber weniger.
Ich hab einfach nicht seinen Durst ;o)

Soviel fürs Erste

Tobi

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