Ni Hao zusammen!

Eins vorweg: ich lebe noch und es geht mir gut.

Peking...Stadt der Superlative.
Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Kulinarisch bin ich noch nicht wirklich weit vorgestoßen, denn es gibt auch ausreichend bekannte Speisen. 
So hatte ich gestern die Gelegenheit, eine deutsche Delikatesse zu mir zu nehmen.
Nicht, dass der Schock unseres nächtlichen Ausflugs zu tief gesessen hätte (Stichwort: Määääh), sondern ich hatte eben Lust auf ne deftige Schweinshaxe mit Sauerkraut und Kartoffelbrei.
War auch super lecker und dank des derzeit gültigen Sonderangebots für 50¥ (6,50€) zu haben.
Dank Happy Hour gab es dazu noch ein Bier (also zwei für 2,50€)...

Ansonsten alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Fastfood wie in der teutonischen Heimat, Sushi, Hot Dog "German Style" mit Kraut und Bratwurst, die wirklich lecker ist.
Natürlich darf man nicht verlangen, dass die Chicken Wings bei KFC genauso schmecken wie bei uns. Ist eben ne asiatische Gewürzmischung.
So ist die eine oder andere Speise durchaus F*cking-scharf...

Der Verkehr ist gegenüber meines letzten Postens in Teheran wirklich gesittet. Die Unterschiede könnten aber größer nicht sein.
Während in Teheran 30 Jahre alte Autos mit Erstbereifung unterwegs sind, sieht man hier durchaus viele neuere Modelle, sehr oft auch deutsche Vehikel. Vorwiegend VW, BMW, Audi...und nicht zu wenige Porsche.
Man sagt, dass etwa 5% der Weltbevölkerung reich sind und etwa 0,1% superreich.
Gemessen an etwa 1,3 Mrd Chinesen sieht man hier auf den Strassen auch des öfteren mal nen Lamborghini, Ferrari oder andere Supersportwagen.

Wer es nicht so gut getroffen hat, fährt nen Roller oder Fahrrad.
Die Mehrzahl dieser Vehikel hat übrigens nen Elektromotor. Wirklich fortschrittlich.
Kostenpunkt hierfür je nach Modell ab etwa 200€. Das sind dann eher E-Bikes. Mein Roller fährt laut Tacho gute 60 Klamotten und ist absolut ausreichend für meine Zwecke.
Im Gegensatz zu Deutschland kann man die hier allerdings ohne Kennzeichen fahren und hat daher bis auf den Strom für die Akkus keine Folgekosten wie Versicherung oder gar Steuern.

Die Masse an Elektrofahrzeugen bedeutet allerdings leider nicht, dass die Luft rein ist.
Heute ist ein gutes Beispiel für "dicke Luft".
Feinstaubwerte bis etwa 50 (ich nehme an Teilchen pro Kubikmeter) sind international als "gesund" deklariert.
In diesem Augenblick liegen die Werte jedoch bei 414. Heisst, die Atemluft schmeckt förmlich.
Es sieht aus, als sei es nebelig, ist es aber nicht.

Glücklicherweise haben wir hier dienstlich gelieferte Feinstaubmasken, die dann natürlich auch privat getragen werden.
Ein weiterer Vorteil dieser Dinger ist, dass einem morgens auf dem Roller auf dem Weg zur Arbeit nicht die Visage einfriert. Die Temperaturen lagen heute Morgen bei 2 Grad über Null.
Gegen die klammen Finger hab ich mir heute ein paar Handschuhe gekauft. Natürlich Fake. Es steht zwar "The North Face" drauf, aber es sind keine. Allerdings scheint tatsächlich eine Windstopper Membran drinnen zu sein.
Und wer meint, nur im Orient wird auf dem Basar gefeilscht, hat hier noch kein Kaufhaus betreten.
Man kommt herein und wird gleich vom Eindruck und dem Stimmengewirr erschlagen.
Wir heute also auf der Jagd nach passenden Handschuhen.
Im Vorbeigehen wird man unvermittelt auf englisch angesprochen und die Bekleidungsstücke des jeweiligen offenen Ladens, also mehr eines Verkaufsstandes werden feilgeboten.
Eine kleine Chinesin hat mich in schlechtem Englisch gefragt, ob ich eine Jacke kaufen möchte.
Ich guck sie fragend an, aber statt mich nochmals zu fragen, hat sie inzwischen erkannt, dass meine runzlige Stirn eher der Größe galt und hat mit den Schultern gezuckt.
Demnächst werd ich mal nach Schuhen gucken. Angeblich werden hier nur Kinderschuhe, also bis Größe 43 verkauft, aber ich werd es ja erleben.
An einem Stand mit Handschuhen angekommen wollte die Dame dann glatt 260¥ (knapp 35€) für die Fakes haben. Da sie aber passten und ich noch nicht sehr geübt im Feilschen bin, hab ich sie dann für die gute Hälfte bekommen.
Man soll hier nicht danach gehen, dass es ja eh nur nachgemachte Sachen sind, die angeboten werden. Das bedeutet keinesfalls, dass sie schlecht sind. Steht natürlich nie drauf. Aber man sollte sich selbst ein Limit setzen, was es einem Wert ist.
Anders natürlich bei den zahlreichen Maßschneidereien. Da bezahlt man schliesslich für gute Handarbeit. Ist aber immernoch billiger als zu Hause. 
Ein Kollege hat sich in bierseeliger Laune einen Smoking und einen normalen Anzug schneidern lassen. Jeweils mit Hemd für umgerechnet 350€ und ist vollstens zufrieden.

Den Elektronikmarkt werde ich demnächst auch mal aufsuchen. Dort soll man allerdings beim Kauf von elektronischen Geräten wie Handys, Tablets usw darauf achten, dass es Hong Kong Ware ist, damit man erstens etwas lesen kann und zweitens auch unsere Software darauf läuft.
Ob diese Geräte auch wirklich günstiger sind als bei uns, bleibt abzuwarten.

Genug von meiner Seite soweit...
Ich muss schon wieder los und nen weiteren neuen Kollegen kennenlernen.

Gruß aus Fernost, bis demnächst!

To be continued

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