1. Reisebericht vom 15.11.2014

Ni Hao aus Beijing!

In aller Kürze mal ein kleines Lebenszeichen von mir aus Peking.
Mit anderen Worten: ich bin gut angekommen.

Nach etwa 11,5 Std reiner Flugzeit, von Hannover über Paris nach Peking bin ich am 14.11. gegen 16:30 Uhr unversehrt und ziemlich unausgeschlafen gelandet.

Der Umstieg in Paris war ziemlich hektisch, weil bereits 10 Minuten nach meiner Landung dort das Boarding für meinen Weiterflug begann.
Aber erstmal musste ich noch von einem Terminal per Bus UND Bahn und durch eine weitere ewig dauernde Sicherheitskontrolle mit zweifacher Nachkontrolle meines Handgepäcks zum anderen Terminal gelangen.

Ein wenig verschwitzt hab ich das aber geschafft und konnte direkt Platz nehmen.

Auf dem Weiterflug hab ich nicht wirklich viel geschlafen. Vor mir die Trennwand zur First Class und daher wenig Platz, um mich auszustrecken.
Hab da mehr gelegen wie ein Fragezeichen.
Da also nicht wirklich viel an Schlaf zu denken war, hab ich mir also zwei Filme angeschaut. Einen nach dem Abendessen, dann 3-4 Stunden herumgewälzt und den Zweiten dann vor dem Frühstück.

Im Anflug auf Peking dann der Hinweis aus dem Cockpit, dass zur Linken ein guter Blick auf die Große Mauer sei.
Ich saß links und hab versucht, das mit meiner Handykamera einzufangen.
Die Bilder muss ich mir nochmal in groß anschauen.

Peking selbst war unter der Dunstglocke nicht sehr gut zu erkennen.
Die Luft stinkt schon sehr nach Abgasen und Braunkohle.
Zum Einen liegt das an den Braunkohlekraftwerken, zum Anderen auch daran, dass die Haushalte auch mit dem Zeug heizen.

Aber weiter im Text.
Am Gepäckband dann noch einen Kollegen getroffen, der mit mir zusammen kam.
Wir sind dann von einem Fahrer der Botschaft und einem weiteren Kollegen, den ich bereits kannte, abgeholt worden.
Direkt, nachdem wir in den öffentlichen Bereich des Flughafens kamen, gab es für jeden eine Dose Tsingtao Bier.
Dann raus und erstmal eine durchziehen ;-)
Zum Auto, Koffer rein, wir rein und nahtlos die zweite Dose in die Hand gedrückt bekommen.
Ich hatte sowas geahnt...

Durch dichten Verkehr ging es dann zur deutschen Botschaftsschule, neben der ein Wohnhaus steht, in dem wir und die meisten Entsandten der Botschaft wohnen.
Ab in die Wohnung, Zimmer gezeigt bekommen und die Koffer grob ausgepackt.
Dann unter die Dusche, war echt nötig. Details erspare ich euch jetzt mal ;-)

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, ging es dann per Fahrrad in die unmittelbare Umgebung der Schule. Erstmal Devisen beschaffen. Heisst, Geldautomaten plündern.
Dann noch ein Stück weiter zum Supermarkt, das Nötigste für die ersten Tage einkaufen.
Das Fahrrad ist für mich ne Zumutung. Es hat 26 Zoll Bereifung und keine Gangschaltung.
Dazu noch nicht mal nen Schnellverschluß, um den Sattel aus der untersten in die höchste Position zu verstellen. Kommt noch.
Also ritt die große Langnase ziemlich albern auf dem klitzekleinen Drahtesel an der Straße entlang und hatte so seine liebe Mühe, sich die eigenen Knie nicht unters Kinn zu schlagen.
Ohne Licht kam ich dann aber wieder heile an. Waren nur ein paar Hundert Meter.

Die Einkäufe kaum verstaut, haben wir uns dann wieder unten getroffen und es ging weiter. Essen gehen. Der Weg dort hin war abenteuerlicher, als das Essen an sich.
Zu dritt auf nem Roller ohne Helm durch den nächtlichen Verkehr der Metropole. Der Fahrer schon an die Verkehrsverhältnisse gewöhnt, hatte zumindest eine Brille gegen die Zugluft dabei. Aber nur für sich selbst.

Tränenden Auges kamen wir am Restaurant an, in dem es fast ausschliesslich deutsche Leckereien gab.
Während einige sich die Haxe mit Kraut einverleibt haben, blieb ich beim Schnitzel Wiener Art.
War soweit auch ok. Dazu gab es natürlich wieder Bier. Dieses Mal aber vom Fass. 
Fazit: Schnitzel kann nicht jeder richtig panieren, aber Bier wird hierzulande schneller gezapft als zu Hause.
Kurioserweise gibt es hier in den Restaurants kein Rauchverbot.
Daher rauchte jeder unten, was das Zeug hielt. Oben war rauchen aber untersagt. Naja, zog ja eh alles hoch ;-)

Weiter ging es dann mit Roller und einem Auto eines Entsandten in die Stadt ohne Plan und Regeln zu einer Bar, in der bereits weitere unserer Leute waren und 1,5 Liter Mojitos den Gar aus machten.
Wir haben uns nicht lumpen lassen und haben es ihnen gleich getan.
Man soll sich ja anpassen ;-)

Dort ging es dann gegen halb eins Nachts weiter zu Fuß in einen Club mit viel zu vielen Leuten, die zu viel zu elektronischer Musik tanzten.
Unterwegs kamen wir noch an einer Art Grillstand vorbei.
Dort konnte man aus verschiedenen Spießen seine Wahl treffen und der nette Lächelnde Chinese hat die dann über Holzkohle gegrillt und immer wieder ordentlich scharfes Pulver drüber gestreut.
Als wir dann gegessen haben, kam ein Kollege auf die glorreiche Idee, nachzufragen, was man sich denn da so auserwählt hat.
Die Palette reichte über Hühnerfleisch, Nierchen, Herzen bis...ja bis zu Hammelpenis...kunstvoll spiralförmig um einen dünnes Holzstäbchen gewickelt.
Machte aber nix, wir hatten es eh schon so gut wie aufgegessen.
Tat gar nicht weh... Nur nicht nachdenken.

Vom Club aus ging es dann gegen vier Uhr nachts (in der Heimat war es ja erst 21 Uhr) per Taxi nach Hause.
Hier angekommen noch ein kurzer Videochat mit Astrid und dann ins Bett. Ausschlafen.

Soweit meine Eindrücke der ersten 12 Stunden in Peking.

To be continued

 

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